Jedes sechste Kind in Mainz lebt in Armut
Es genügt nicht zu klagen, es wird Zeit zu handeln!
Kinderarmut bedeutet materieller Mangel, schlechtere Bildungschancen, gefährdetere Gesundheit und eingeschränktere Entwicklungsmöglichkeiten.
Da sich die Mainzer Politik und Verwaltung nicht entschieden für gleiche Chancen einsetzt, haben wir im April 2023 ein Bündnis gegründet.
Wir wollen eine starke Lobby für die Rechte armutsgefährdeter Kinder und Jugendlicher sein.
Kunstworkshops mit benachteiligten Kindern
Fünf Einrichtungen, Juli/August 2026
Mit dem Projekt wollen wir Kinder und Jugendliche stärken, die in Armut aufwachsen. Sie werden von Teams der JugendKulturWerkstatt Pirmasens und der Jugendkunstschule Mainz dabei unterstützt, ihre Gefühle und Wünsche laut, schrill und lebensfroh darzustellen und mit ihnen sehenswerte Produkte zu gestalten.
Kunst- und Ausstellungsprojekt "Reich an Ideen, arm an Chancen"
Ausstellung zu Kinderarmut
Bahnhof, September/Oktober 2026
Aus den Kunstwerken der Kinder und Jugendlichen soll eine Ausstellung entstehen, die an öffentlichen Orten in Mainz gezeigt wird. Sie soll über Kinderarmut informieren und die Potentiale betroffener Kinder und Jugendlicher und ihre Vorstellungen für ihre Zukunft öffentlich sichtbar machen.
Veranstaltung zur Armutsprävention
Kulturbäckerei, Oktober 2026
Die Veranstaltung zu den kommunalen Handlungsmöglichkeiten gegen Kinder-armut bildet den Abschluss der Projekts. Mit dem Armutsforscher Prof. Butterwegge, der Mainzer Sozialdezernentin Schmöller und dem Jugendamtsleiter aus Offenbach. Offenbach hat letztes Jahr einen Aktions-plan gegen Kinderarmut beschlossen.
Kürzungen bei den Sozialausgaben
Haushaltsplan, 21. Januar 2025
Der Haushalt 2025 sieht gravierende Einsparungen im Sozialbereich vor (z.B. höhere Elternbeiträge für Mittagessen in Kitas und Schulen). Bestätigt wird die dezernatsübergreifende Präventions-strategie gegen Kinderarmut. Zu Kern-forderungen des Bündnisses äußert sich der Haushaltsplan nicht explizit.
Gemeinsamer Antrag im Mainzer Stadtrat
29. November 2023
Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD, FDP, Die Linke und ÖDP fordert die Verwaltung auf, das Handlungskonzept gegen Kinderarmut von 2009 weiterzuent-wickeln und eine dezernatsübergreifende Strategie zur Prävention von Kinderarmut zu erarbeiten. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.
Prävention von Kinder- und Jugendarmut
Koalitionsvertrag, 25. November 2024
Im Koalitionsvertrag verpflichten sich Grüne, CDU und SPD zu einer dezernatsübergreifenden Strategie für mehr Chancengerechtigkeit. Berücksichtigt sind einige Forderungen des Bündnisses (z.B. Haus der Familienleistung, Kitas zu Familienzentren). Kosten für Mittagessen in Kitas sollen nur in Härtefällen erlassen werden.
23,0 %
beträgt die Armutsquote bei Kindern auf dem Lerchenberg
55,7 %
armutsbetroffener Kinder länger als 4 Jahre mit Hartz4
Kinderarmut in Mainz hat sich verfestigt
Mindestens jedes sechste Kind in Mainz lebt in Armut. Die Quote ist in den letzten Jahren gestiegen, Armut hat sich verfestigt. Kinder und Jugendliche sind nicht nur überproportional betroffen, auch die Verweildauer in Bürgergeld hat stark zugenommen.
Kinderarmut ist in den Mainzer Stadtteilen sehr ungleich verteilt. Auf dem Lerchenberg wächst jedes vierte Kind in einer armen Familie auf, in Drais nur jedes siebzehnte. Schon die Startchancen von armutsbetroffenen Kindern sind schlechter. In Stadtteilen mit hohen Armutsquoten hat jedes zweite Kind bei der Einschulung keine ausreichenden Sprachkenntnisse, in wohlhabenderen ist es jedes sechste Kind.
"Das hohe Maß an Armut in Deutschland steht in keinem Verhältnis zum Reichtum des Landes."
Dunja Mijatović,
EU-Kommissarin für Menschenrechte
"Kinderarmut in Deutschland ist auf einen neuen traurigen Rekordwert gestiegen. Kindergrundsicherung muss um 40% erhöht werden."
Ulrich Schneider, Geschäftsführer Parität
"Investition in die Zukunft: Kostenfreies Mittagessen für alle Kinder als Schlüssel für Bildungschancen und Gesundheit."
Bürgerrat „Ernährung im Wandel“
Je länger Kinder und Jugendliche in Armut leben, desto negativer sind die Folgen für ihre Entwicklung und Bildung. Die Corona-Krise hat ihre Situation verschärft, auch von aktuellen Preissteigerungen werden arme Familien besonders hart getroffen.
Mit einem weiteren Anstieg der Armutszahlen ist zu rechnen. Die Bekämpfung von Kinderarmut muss gerade jetzt politische Priorität haben.
Kinderarmut beeinträchtigt Chancen für das ganze Leben
Aufwachsen in Armut begrenzt, beschämt und bestimmt das Leben von Kindern und Jugendlichen -- heute und mit Blick auf die Zukunft. Sie erleben Benachteiligung in allen Lebensbereichen, bei Bildung, Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe.

"Das System der Kinderleistungen ist ein undurchsichtiger Dschungel und zementiert soziale Ungleichheit."
Kinderschutzbund

"Kinderarmut ist eine Schande für so ein reiches Land. Hilfen kommen nicht an, wo sie gebraucht werden."
Sozialverband VdK

"Politik muss Kinderarmut priorisieren und eine Kindergrundsicherung umsetzen, die den Namen verdient."
Sozialverband SoVD
Gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen schaffen
Die Ursachen und Folgen von Kinderarmut sind bekannt, sie werden seit Jahrzehnten diskutiert und wissenschaftlich be-arbeitet. Weitere Erkenntnisse sind nicht nötig, es gibt politischen Handlungsbedarf -- im Bund, in Rheinland-Pfalz und in Mainz.
Vor 15 Jahren war Mainz noch bundesweit federführend bei der Entwicklung von Handlungskonzepten gegen Kinderarmut. Inzwischen ist Kinderarmut politisch kein Thema mehr.
Um armutsgefährdeten Kindern eine Stimme zu geben, haben sich siebzehn Organisationen zusammengeschlossen und das Mainzer Bündnis Gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen gegründet.

"Es ist erschreckend, dass jedes sechste Kind in Mainz von Armut betroffen ist. Das zu ändern, ist mir eine Herzensangelegenheit."

"Es bedarf einer dezernats-übergreifenden Strategie zur Prävention von Kinder- und Jugendarmut."
"Mannheim gewährleistet Bildungs-gerechtigkeit und verhindert Armut. Teilhabe aller Mannheimerinnen und Mannheimer ist sichergestellt."

Sozialpolitische Offensive gefordert
Bekämpfung von Kinderarmut steht in vielen Papieren und wird bei Sonntagsreden gerne versprochen. Mit den verbesserten finanziellen Möglichkeiten der Stadt besteht spätestens jetzt die Möglichkeit, den schönen Worten auch Taten folgen zu lassen.
Wir fordern eine sozialpolitische Offensive mit dem Ziel, Kinderarmut endlich entschieden zu bekämpfen und gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen herzustellen. Vernachlässigungsstrukturen müssen so früh wie möglich durchbrochen werden.
Dies ist zuvörderst Aufgabe der Mainzer Politik und Stadtverwaltung.

"Wir brauchen einen Pakt gegen Armut und für Chancengerechtigkeit."
Regine Schuster, Paritätischer Wohlfahrtsverband

"Kinderarmut ist in Mainz politisch kein Thema, Kinder haben keine starke Lobby."
Stephan Hesping,
Stadtteiltreff Gonsenheim

"Wir müssen dafür sorgen, verbriefte Kinderrechte endlich zu verwirklichen."
Friedemann Schindler,
terre des hommes-AG Mainz









